Brennpunkt Naher und Mittlerer Osten: Der israelisch-palästinensische Konflikt (ES/IKK)

Ort:
T 1.015
Wochentag:
Mittwoch
Zeit(en):
13:30 - 15:00
Rhythmus:
Wöchentlich
Lehrende:
Barth, Dipl. Ing. (FH); Dipl. sc. pol.; Dr. phil. Peter
Fachgebiet:
Politikwissenschaft
Hauptthemengebiet:
Gesellschaft und Politik
Zertifikat:
Zertifikat European Studies
Hochschulzertifikat Interkulturelle Kompetenz
Kompetenzprofil:
International
Art der Veranstaltung:
Vorlesung
Prüfung:
Schriftliche Prüfung
Exkursion:
Nein
Thematik:
Thematik: Die Lage im Nahen und Mittleren Osten ist unübersichtlich – der aktuelle Krieg Israels gegen die Hamas im Gazastreifen bestimmt derzeit die Diskussion. Angesichts der massiven Ausweitung der israelischen Militäroperation im Gazastreifen wird die Kritik, gegen die sich Ministerpräsident Benjamin Netanjahu verteidigen muss, zunehmend schärfer. In ungewöhnlich deutlichem Ton äußerten sich am 20.5.2025 die Staats- und Regierungschefs Frankreichs, Großbritanniens und Kanadas. Sie verurteilten das miitärische Vorgehen Israels als "völlig unverhältnismäßige" Eskalation. Man werde den "ungeheuerlichen" Aktivitäten der Regierung Netanjahu "nicht länger tatenlos zusehen". Deutliche Kritik äußerten die Staats- und Regierungschefs auch an der "illegalen" Ausweitung der Siedlungen im Westjordanland, die "die Realisierbarkeit eines palästinensischen Staates und die Sicherheit sowohl der Israelis als auch der Palästinenser" untergraben. Zugleich richteten sie eine konkrete Drohung an den israelischen Ministerpräsidenten: "Sollte Israel die neue Militäroffensive nicht einstellen und die Beschänkung der humanitären Hilfe nicht aufheben, werden wir mit weiteren konkreten Maßnahmen reagieren". Die Frage ist - wo bleibt die deutsche Reaktion? Vom Gazastreifen drangen am 7. Oktober 2023 Terroristen der militant-islamistischen Hamas (Akronym für „Islamische Widerstandsbewegung“) nach Israel ein und töteten mehr als 1.300 Menschen, vorwiegend Zivilisten und nahmen über 240 Geiseln. Es war die bislang blutigste Terrorattacke auf israelischem Boden. Die Terroristen des 7. Oktober ließen keinen Zweifel an ihren Zielen, eine vollständige Zerstörung Israels und der Juden. Für sie ist jedes tote Kind in Gaza ein entsetzliches Geschenk, weil es ihre Macht zementiert und den Geldfluss aus Iran aufrechterhält. Noch am gleichen Tag begann Israel seine legitime „Selbstverteidigung“ mit Luftangriffen auf den Gazastreifen. Aber sehr schnell stellte sich die Frage: ist das noch Verhältnismäßig? Die westlichen Verbündeten appellieren an Israel, das Bombardement (in den Worten von US-Präsident Joe Biden: „willkürliche Bombardierungen“) und das Massensterben der palästinensischen Zivilbevölkerung mit bisher über 53.000 Toten zu beenden – ein Massensterben, das die Hamas bewusst provoziert hat. Weitet sich der Gaza-Krieg zum regionalen Flächenbrand aus? Wie gefährlich ist der Konflikt zwischen Iran und Israel für die Welt? Übersehen wird dabei, dass das Problem Gaza nicht der Auslöser, sondern nur das Symptom eines längst wütenden Regionalkonflikts ist, mit Israel als Atommacht und Iran als Fast-Atommacht und wichtigsten Gegenspieler. Israel müsse seine Strategie präzisieren, heißt es. Wie will man die Hamas besiegen? Was ist Israels Plan für die Zeit danach? Wie sollen die Menschen in Gaza auf verbrannter Erde und in zerstörter Infrastruktur eine Existenz aufbauen? Wie könnte ein neuer Friedensplan für die Region aussehen? Wie kann eine Zwei-Staaten-Lösung erreicht werden?

Lernziele und Kompetenzen: Die Studierenden sollen informiert werden über die historischen Hintergründe, den Holocaust, die Gründung des Staates Israel, die zahlreichen Kriege in dieser Region, die bisher gescheiterten Friedensbemühungen, die Probleme, die es zu lösen gilt: Zwei-Staaten-Lösung, Flüchtlingsfrage, Siedlungspolitik in den besetzten Gebieten, Grenzziehungen, der Kampf um die lebensnotwendige Ressource Wasser, das spezielle Problem Jerusalem, sowie die große wirtschaftliche Kluft zwischen Israel und Palästina. Aufgezeigt wird, wie der Konflikt von beiden Seiten behandelt wird und welche Rolle Deutschland, die Europäische Union und andere internationale Akteure bei dessen Entschärfung spielen könn(t)en.

Methode: Vorlesung, Arbeit mit Texten, Einsatz von Medien

Literatur: . Asseburg , Muriel: Palästina und die Palästinenser, München 2021 . Barth, Peter: Israel heute, zwischen Demokratie und Theokratie, München 2012 . Boehm, Omri: Israel – eine Utopie, Berlin 2020 . Friedländer, Saul: Blick in den Abgrund. Ein israelisches Tagebuch, München 2023 . Lewis, Bernard: Treibt sie ins Meer. Die Geschichte des Antisemitismus, Frankfurt am Main 1987 . Morris . Benny: 1948. Der erste arabisch-israelische Krieg, Berlin 2023 . Segev, Tom: Es war einmal ein Palästina. Juden und Araber vor der Staatsgründung Israels, München 2005 . Said, Edward W.: The Question of Palestine, Penguin Random House, 1979 . Zimmermann , Moshe: Niemals Frieden? Israel am Scheideweg, Berlin 2024 Weitere aktuelle Literatur wird in der Vorlesung bekannt gegeben.

keine

Die Veranstaltung ist als AW-Modul gemäß §7 ASPO anrechenbar.

Gesamtworkload 60h (Präsenzzeit 2 SWS / 20h, Eigenstudiumszeit 40h)